| Mit dem Rauchen aufhören - nur ein guter Vorsatz? |
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| Geschrieben von: Astrid Jacobi | |||
| Sonntag, 04. Januar 2009 | |||
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Mein Entschluss hat nichts mit guten Vorsätzen zu tun, sondern kam gestern Abend recht spontan. Es waren keine Zigaretten mehr im Haus und ich hatte keine Lust, welche zu besorgen, also mal ohne versuchen? Dann kamen die Gedanken, die eigentlich immer da sind, die man aber als Süchtiger im Alltag erfolgreich verdrängt: wozu eigentlich das Rauchen? Will ich wirklich mein Leben verkürzen? Was ist mit Kindern, wenn ich welche will, sollte ich dann nicht spätestens jetzt aufhören zu rauchen? Und das ganze Geld, das flöten geht, ist es das wert? Das wohl Übelste an der ganzen Kiste ist, dass man erst dann, wenn man es versucht, merkt, wie furchtbar schwer es ist. Ein Problem, das kein Nichtraucher jemals nachvollziehen kann. Denn Rauchen ist nunmal eine Sucht, und dazu eine sehr starke, sehr perfide, sehr schwer zu überwindende. Wie Allen Carr in seinem Nichtraucher-Standardwerk bereits feststellte: wenn man heftige Entzugserscheinungen hat (wie bei harten Drogen zum Beispiel), dann sieht man seinen Feind sehr deutlich und weiß, wogegen man kämpft. Zigaretten dagegen sind Alltag, sehen harmlos aus, sind leicht verfügbar und jede Einzelne scheint auszurufen: was solls! Macht doch nichts! Die Entzugserscheinungen sind eigentlich nur in den ersten drei Tagen zu spüren und extrem harmlos: ein leichtes Kribbeln, ein Hungergefühl, vielleicht Kopfschmerzen. Nichts, was einen fertig macht. Was einen wirklich fertig macht, ist man selbst. Ist der Kampf gegen sich selbst. Gegen die Tricks, die jede Sucht anwendet, um weiter existieren zu können. Die schlechte Laune, die unwillkürlich auftritt. Die Angst, zu versagen, die der Angst gegenüber steht, ohne Zigaretten leben zu müssen. Nachdem mir ein Freund davon berichtet hat, was er beim Einnehmen der Nichtraucher-Pille erlebt hat (das Erbrechen von Blut und andere unschöne Nebenwirkungen), versuche ich es jetzt mal auf die klassische Art und Weise: 1. Es öffentlich machen. Der unschöne, belastende öffentliche Druck ist immer hilfreich. Wenn auch unangenehm. 2. Einige Blicke in Allen Carrs Buch. Es ist kein Wunderwerk, aber es hilft. Man ist nicht ganz so alleine mit seiner Entscheidung und einige Argumente sind so gut, dass man sie sich immer wieder selbst in Erinnerung rufen kann. 3. Ein Raucher-Tagebuch: es ist verdammt hilfreich, in den ersten Tagen, an denen man noch nicht auf Null runter ist, aufzuschreiben, wieviel man raucht. Zum einen bringt diese Selbstkontrolle etwas Ordnung ins Chaos, zum Anderen wird man erschreckt feststellen, wie tief diese Sucht sitzt und wie viele Zigaretten man zuvor geraucht hat, ohne es wahr zu nehmen. 4. Ein absolut eiserner Wille und das Wissen, dass die üble Laune nicht daher kommt, das man auf dem falschen Weg ist, sondern daher, dass man auf dem Richtigen ist. Nachtrag: wenn sich dieser Blog nur mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigt, was hat dann dieser harte Kampf um das Nichtrauchen damit zu tun? Ganz einfach: nicht zu rauchen heißt klar Ja sagen zum Leben. Und ich erinnere mich an die Zeiten, in denen ich es geschafft hatte, für einige Monate nicht zu rauchen: ich fühlte mich stark und frei, konnte beim Joggen problemlos so viele Kilometer zurücklegen wie nie zuvor und hatte beeindruckend viel Geld im Portemonnaie. Durchaus schön, oder?Â
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Acht Zigaretten? Das mag für viele jetzt so klingen, als hätte ich überhaupt nicht gekämpft. Aber das habe ich! Für meinen sonstigen Konsum ist acht schon eine gute Zahl und ein guter Anfang. Allen Carr sagt gleich zu Beginn seines Buches, dass es keinen Sinn macht, von Null auf Hundert zu gehen, insbesondere dann, wenn noch Zigaretten im Haus sind. Es waren noch welche da, also...
Gut war: ich wußte aus Erfahrung, woher die Stimmung bei mir kommt, es gab also keinen Streit mit meinem Schatz ;-)
Jetzt gehe ich zur Arbeit und nehme keine Zigaretten mit, was es mir einfacher machen wird. Ich bleibe dran und wünsche jedem, der das selbe durchmacht, viel, viel Glück und Durchhaltevermögen.
Damals hab ich im Herbst das Standardwerk von Allen Carr gelesen und es als banal und trivial abgetan. Aber: man soll nie die Wirkung der einfachsten Dinge auf das Unterbewußtsein unterschätzen. Denn im Januar hab ich von einem Tag auf den anderen einfach keine mehr angemacht. Übermütig das Buch weggeworfen. Denn ich brauchte es ja nicht mehr.
Heute, nach über einem Jahr Rauchen mit Unterbrechung ging ich wieder in die Buchhandlung. Und hab es gekauft. Zudem noch "Der fröhliche Nichtraucher". Ich werde lesen und rauchen und mit dem festen Glauben, dass es funktioniert, demnächst fröhlich meine letzte Zigarette -für hoffentlich sehr sehr lange- ausdrücken.
Keine perfekte Bilanz, aber okay. Ich habe gestern zum ersten Mal Kräuterretten ausprobiert. Ich glaube, für mich könnten die sehr gut funktionieren. Auf jeden Fall ist es beruhigend zu wissen, dass man im Notfall eine rauchen kann, ohne sich wieder mit Nikotin anzufixen.
Acht Kräuterstengel sind noch etwas viel, aber ein komplett Nikotin-freier Tag ist durchaus etwas, worauf ich stolz bin! Es könnte wirklich funktionieren...
Null Zigaretten, null Kräuterretten. Und keinerlei Beschwerden.
Irgendwie traue ich diesem Frieden noch nicht. Aber wie auch immer: heute klappt es, warum auch immer. Ich hoffe einfach, es bleibt so!
Ich bin wirklich stolz und immer noch verwirrt, weil es so gut funktioniert. Jetzt wird es Zeit, eine komplette Null anzustreben!
ich glaube ich will auch Kräuterretten!
hab heute einen Rückfall. Von null auf 4. Aber ich sehe es trotzdem als Erfolg. Immerhin schmecken sie heute echt sch*e und es ist mehr so ne selbstbestrafun gsnummer.
Aber auch aus der will ich raus. Annehmen. Reinfühlen. Nachfühlen. und was daraus lernen. auf Null Nic morgen!
Bin stolz auf Dich, Große!
YEAH!!!!